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On the Road – Val d’Isere & Pila

8.08.2012 - 13:32
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Nach der Megavalanche stand für uns der 6. Stopp des World Cups in Val d’Isere an.

Noah: „Um am Mittwoch Mittag meine Fachhochschulreife abzuholen, mussten wir leider von der Mega zurück nach Freiburg fahren, nur um dann 3 Tage später, wieder in die selbe Gegend zu fahren. Was tut man nicht alles für so seine Bildung. Am selben Tag, um ein Uhr nachts dann angekommen, fielen wir erschöpft ins Bettchen. Da das Training schon am Donnerstag anfing, konnten wir leider nicht unserem obligatorischen Trackwalk machen. Also gingen wir ahnungslos auf die Strecke und schauten mal was uns so erwartete.



Die Strecke zeichnete sich durch stattliche Steilheit, hohen Speed, viele lose Steine und Sprünge mit sehr harten Landungen aus. Ich schaute mir die erste Runde erstmal alles gemütlich an und machte dann alles, was es zu machen gab in der zweiten Runde. Besonders der Haus-Drop, welcher von einem ca. vier Meter hohen Häuschen in eine zwar abfallende, aber steinige und harte Landung mündete, kassierte aus dem Fahrerfeld immer mehr Kritik. Nachdem es dann einige Verletzte gab wurde er dann schließlich gesperrt. Ich kam mit der Strecke relativ schnell sehr gut zurecht und konnte immer mehr Speed aufbauen. Als dann das allgemein Training zu Ende war, habe ich dann noch meinen Trackwalk nachgeholt. Es war sehr inspirierend die Top 80 fahren zu sehen: Mir wurde bewusst, wo ich alles noch die Bremse offen lassen könnte, ohne wirklich mehr Risiko eingehen zu müssen.



Am Freitag konnte ich dann die gesehen Linien und Bremspunkte gut umsetzen, weshalb ich recht zuversichtlich war, dass ich mich auch qualifizieren würde. Schließlich entsprach das Streckenprofil meinen Vorlieben. Meine einzige Sorge war, dass ich mit dem Wetter Pech haben könnte, für den Mittag waren Schauer angesagt.

Die ersten 40 kamen noch in super trockenen Bedingungen runter, man sah jedoch weiter oben im Tal schon den Regen und sogar Blitze. Dann kam das Wetter leider auch zu uns, ein Blitz schlug ca. 100 Meter entfernt von dem Fahrerlager ein und das Rennen musste pausiert werden. Nach 10 Minuten heftigen Schauern hörte es wieder komplett auf, dass Rennen wurde fortgesetzt, aber die Gewitterwolken schwebten noch um uns herum. Ich hoffte darauf, dass es nicht noch mal Regnen würde, denn zu dem Zeitpunkt war die Strecke leicht angefeuchtet und im optimalen Zustand, sogar noch besser als für die ersten Fahrer. Ich nahm den Lift und es fing wieder an zu tröpfeln, als ich dann fünf Minuten später startete regnete es wieder volle Pulle, ich hatte natürlich auf Maxxis Highroller 2 gesetzt, die für mich normalerweise die absolute Macht sind, aber leider für Unterwasser-Aktionen nicht so geeignet sind. Lange Rede, kurzer Sinn es war einfach aal-glatt und ich packte die Quali um 10 Sekunden nicht, ich denke die Matschreifen hätten es getan.



Das Finale am Sonntag musste ich mir leider als Zuschauer anschauen. Ich bin zwar halber Amerikaner, aber ich finde es langsam echt langweilig wenn Aaron Gwin immer gewinnt. Ich drückte also die Daumen für einen unerwarteten Sieger. Gwin hatte sich in der Quali gut abgepackt, weshalb er wahrscheinlich nicht 100% fahren konnte, es reichte zwar um eine Sekunde für den Hot Seat, aber nicht für den Sieg. Die Gesamtwertung jedoch, konnte er trotz seines 5. Platzes schon ein Rennen vor Ende der Serie Gwinnen. Diesmal konnte Brook Mcdonald den Sieg einfahren, es war nur eine Frage der Zeit bis der junge Neuseeländer gewinnt. Bei den Frauen gewann, die in diesem Jahr auch schon fast dominante Rachel Atherton.



Nach einer gemeinsamen Woche in Tignes, im Anschluss an den World Cup in Val d’Isere, reisten Ferdinand und Noah zum nächsten wichtigen Rennen ins italienische Aosta Tal, nach Pila. Die beiden MAG41.COM Fahrer waren schon im Vorjahr am Start und freuten sich darauf wieder bei der Weltspitze mit zu mischen.

Beim Trackwalk am Donnerstag stellte sich heraus, dass sich an der Streckenführung nichts verändert hatte. Da der im letzten Jahr neue Streckenverlauf, im normalen Betrieb als Bikepark Strecke verwendet wurde, waren die im letzten Jahr frischen Waldpassagen jetzt, ausgefahren und damit auch viel besser zu berechnen, da sich zum Rennen nichts mehr großartig verändern würde.



Wegen des entspannten Ablaufs von Anreise, Trackwalk bis zur Vorbereitung des Materials konnten die beiden sich voll und ganz auf die Strecke konzentrieren. Dies machte sich auch schnell in der Leistung bemerkbar und so konnten sie in Kürze einen beachtlichen Grundspeed aufbauen. Noah ist nach einer Runde abrollen, um die Grip-Verhältnisse auszutesten, gleich alle Linien nach Vorstellung gefahren. Ferdi ist mit einem Affenzahn durch die kurven Geschossen, hatte aber leichte Zweifel an der Umsetzung mancher Linien, was aber nicht weiter schlimm war, da diese Strecke fast ausschließlich aus Kurven bestand.



Am Samstag gab es dann ganz im Zeichen des vorangegangen Tages wieder für beide ein paar entspannte und sauschnelle Trainingsläufe. Bei der Linienwahl veränderte sich kaum etwas, sodass sie die Strecke schon beinnahe mit geschlossenen Augen hätten abfahren können. Nach etlichen Verspätungen, wegen Problemen mit der Zeitnahme, konnte dann Ferdi seinen Lauf bei schönen Wetterverhältnissen runter bringen. Er beendete die Quali in der U17 Klasse als vierter, wusste aber dass noch einiges für ihn drin war. Er hatte nämlich die berühmte Upper Line, die bestimmt ein bis zwei Sekunden sparen würde noch nicht gemacht. Den Double, mit einer sehr heiklen Anfahrt, hatte er auch ausgelassen. Noah jedoch kam mit viel Selbstvertrauen zu seinem Start. Als es dann jedoch in der Ferne anfing zu gewittern, ahnte er schon, dass ihm das selbe, wie in Val d’Isere schon, widerfahren könnte. Und so war es auch, genau zu seinem Lauf fing es an aus allen Kübeln zu regnen. Er ließ sich zwar davon wenig beeindrucken, fuhr dann jedoch in eine kleine Anlieger Rinne, welche sehr aufgeweicht war und dann unter ihm wegbrach. Trotz seines Sturzes kam er dann mit einer recht guten Zeit ins Ziel, was ihn für das Finale zuversichtlich stimmte.
Gewinner der Quali war der Spanier Cesar Rojo, der mit seiner Designagentur u.a. für die Entwicklung der Mondrakerbikes zuständig ist und demnächst mit MAG41.COM zusammenarbeitet.
Für den Sonntag war schlechtes Wetter vorhergesagt. Die beiden warteten bis kurz vor Trainingsende um ihre letzten Läufe zu machen. Es hatte kurz davor wieder stark geregnet und die Strecke war gut eingeweicht. Ferdi hatte das Glück, dass es bis zu seinem Start nicht mehr regnete, was für anständige Verhältnisse sorgte. Er fuhr die berüchtigte Upper-line, hatte sonst auch einen Top-Lauf, stürzte jedoch in einer der letzten Kurven und musste sich mit dem trotzdem sehr guten dritten Rang (4:33) zufrieden geben. Mit einer Zeit von 4:25 gewann vor ihm der junge Ferran Jorba die U17 Kategorie, dicht gefolgt von Loris Vergier (4:26). Noah hatte natürlich das Pech, dass es 10 Minuten vor seinem Lauf plötzlich anfing zu regnen weshalb er wieder mal, oben ohne Matschbereifung stand. Er machte das Beste daraus und fuhr einen Super Lauf, bis er an einer Stelle leicht von der Linie abkam, einen Stein traf, vorne einen Platten bekam und stürzte. Umso zuversichtlicher und ambitionierter ist er deshalb für das nächste Rennen in Spicak, Tschechien.

Alles in allem ist Ferdi ein super Rennen gefahren und war sogar schnellster Deutscher in seiner Klasse! Sieger bei den Männern war Robin Wallner, mit einer Zeit von 4:17, die noch im Trockenen entstand. Vielleicht in der Quali gepokert? Oscar Härnström (4:23) welcher am Vortag heftig stürzte reihte sich als zweiter ein. Bei den Frauen gewann Floriane Pugin (4:53) vor Emmelie Siegentaler (4:55). Emmelie Ragot, die Favoritin und Gewinnerin der Quali, stürzte und kam als Dritte ins Ziel. Die Masters Klasse gewann Wilfred Van De Haterd (4:52).

Text: Noah // Fotos: Christian Bartosch, Stephan Eckardt, Andrea.

Vielen Dank an die Teamsponsoren: