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Red Bull Stratos: Absprung aus 21.800 Metern – Erster Testflug in New Mexico erfolgreich

16.03.2012 - 10:36
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Mit dem Absprung des Österreichers Felix Baumgartner aus 21.800 Metern begann in New Mexico die bemannte Phase des Projekts Red Bull Stratos. Der 41jährige war von einer Raumkapsel an einem riesigen Heliumballon bis über die sogenannten „Armstrong-Linie“ gebracht worden.
 
OSWELL (Neu Mexiko). Exakt um 9:50 Uhr landete Felix Baumgartner im Raumanzug an einem Fallschirm in der Wüste von New Mexico, knapp 30 Kilometer von Roswell entfernt. Dort war der Extremsportler 1:40 Stunden vorher an Bord einer Raumkapsel, getragen von einem fast 50 Meter hohen Heliumballon, gestartet und bis in eine Höhe von fast 22.000 Metern gestiegen.
 
Ziel war es über die sogenannte Armstrong-Linie hinaus zu fliegen. So bezeichnet man in der Raumfahrt jenen Bereich, in dem viele der irdischen Gesetze ihre Gültigkeit verlieren. Es ist eine lebensfeindliche Zone, in der Flüssigkeiten -also auch Blut- zu verdampfen beginnen und die Temperaturen bei knapp minus 60 Grad C liegen. Nur mit dem Raumanzug sind zudem der Unterdruck und der Sauerstoffmangel zu überleben.
 
Red Bull Stratos
 
Um dort hin zu gelangen musste Baumgartner zunächst aber eine weitere Todeszone überstehen. Während der ersten 300 Meter des Aufstieges mit dem Ballon gibt es im Falle eines Absturzes keine Rettungsmöglichkeit, weil die Zeit für das Aussteigen aus der Kapsel und das Öffnen des Fallschirmes zu kurz ist.
 
Red Bull Stratos
 
Der Aufstieg und der Ausstieg aus der Kapsel gingen planmäßig von statten. Mit einer Geschwindigkeit von fast 600 km/h raste Baumgartner dreieinhalb Minuten lang erdwärts. Am meisten zu schaffen machte ihm die Kälte: „Ich konnte meine Hände kaum bewegen. Daran müssen wir arbeiten“. An die ungewohnte Dimension des Sprunges muss sich der Österreicher noch gewöhnen: „Als ich nach einiger Zeit den Schirm öffnen wollte, bemerkte ich, dass ich noch in 50.000 Fuß war.“
 
Red Bull stratos
 
Selbst mit seinem Test für den Sprung aus 37 Kilometern schaffte es Baumgartner in die Rekordbücher, ist er doch erst der dritte Mensch, der einen Absprung aus dieser Höhe überlebte. Nur der Russe Jevgeny Andreev und Joseph Kittinger kamen in den Sechziger Jahren noch höher.
 
Red Bull stratos
 
Der legendäre, inzwischen 83-jährige Kittinger ist Mentor des Projekts Red Bull Stratos und leitete den Test von der Mission Control in Roswell aus.
 
Kittinger ist Teil eines knapp 100 Personen umfassenden Teams, gespickt mit Top-Experten aus Wissenschaft, Medizin und Raumfahrt. So war der technische Leiter Art Thompson am Bau des Stealth-Bombers beteiligt, Dr. Jon Clark Crew-Arzt bei sechs Spaceshuttle-Flügen.
 
Red Bull Stratos
 
Neben dem Kapsel-System bestand auch der riesige Stratosphärenballon den Test einwandfrei, konnte Ballon-Experte Ed Coca bestätigen. Der filigrane Riese, der in der Nacht vor dem Start mit 14.000 Kubikmetern Helium gefüllt worden war, riss in rund knapp 30 Kilometern Höhe planmäßig. Die Raumkapsel, aus der Baumgartner abgesprungen war, wurde gleichzeitig abgesprengt und landete unbeschadet in der Wüste.
 
„Das war die richtige Motivation für das Team für die nächsten Schritte“, freute sich Baumgartner, nachdem zwei Starts diese Woche gescheitert waren. Nach einer wetterbedingten Pause steht im Juni noch ein weiterer Test auf 27.000 Meter im Programm, ehe im Sommer der eigentliche Rekordflug ansteht.
 
Red Bull stratos
PM: RB