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Test: Yeti 303R DH

22.02.2011 - 12:13
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Nur wenige Bikemarken umgibt ein solcher Kultstatus wie Yeti. Das 303R DH macht da keine Ausnahme. Wo auch immer man mit diesem Geschoss auftaucht, sind einem gierige Blicke garantiert. Die Dämpferanlenkung über die Linearführung sticht einem sofort ins Auge. Der komplette Rahmen ist um dieses – nur von Yeti verwendete System – herum gebaut. Die Führung mittels Führungsschiene und Kugelumlaufschlitten ist in der Bikebranche einzigartig. Vorteile dieses Systems, sind die lineare Anlenkung des Dämpfers und das gleichzeitig extrem niedrige Losbrechmoment. Schon bei kleinsten Schlägen beginnt der Hinterbau zu arbeiten. Der Hinterbau fühlt sich unglaublich satt an – als ob er am Boden festkleben würde. Gegen Ende der 200mm wird er spürbar progressiver und besitzt einen guten Durchschlagsschutz. Außerdem sieht man durch die Schmutzabstreifer der Linearführung immer, wie viel Federweg genutzt wird. Einziges Manko, das Schienensystem bedarf regelmäßiger Wartung und ist daher nichts für Schraubfaule. Denjenigen, die sich davon nicht abschrecken lassen, stellt Yeti ein ausführliches Manual zur Seite, in dem vom Dämpfer Setup bis zur Wartung der Schiene alles beschrieben ist.



In Deutschland ist das 303 nur als Rahmenkit erhältlich. Die von uns getestet Version gleicht nahezu dem Worldcup Rad des Yeti Teams von letztem Jahr. Die Fox 40 harmoniert perfekt mit dem am Hinterbau verbauten RC4 Dämpfer und fügt sich auch optisch schön in das Gesamtbild ein. Über die zuverlässige Saint Gruppe muss man sicherlich kein Worte mehr verlieren. Der gesamte Aufbau ist nicht kompromisslos auf Leichtigkeit ausgelegt, was aber der Haltbarkeit zugutekommt. Hier muss nicht bei jeder Abfahrt um das Material gezittert werden. Das Gesamtgwicht mit 18,6kg ohne Pedale liegt noch im grünen Bereich, ist aber hauptsächlich dem hohen Rahmengewicht von 5,4kg inkl. Dämpfer zuzuschreiben.



Der Rahmen wirkt insgesamt extrem hochwertig. Angefangen bei den sauberen Schweißnähten bis hin zur wertigen Lackierung mit schönen Details. Alle Flächen sind plangeschliffen und nachbearbeitet. Schönes Detail: Der integrierte Kettenstrebenschutz aus Kunststoff, der direkt an der Kettenstrebe verschraubt wird. Hier wird deutlich, die Yeti Crew legt Wert auf Äußeres gepaart mit Top Funktion. Apropos Funktion: Beim 303R DH lässt sich der Lenkwinkel und die Tretlagerhöhe verstellen. Dies erfolgt über einen Excenter am Dämpferauge und umfasst 3 Schritte. Die Position tiefes Tretlager (355mm) mit flachem Lenkwinkel (64°) hat sich dabei als Optimum gezeigt. Das Yeti liegt extrem satt auf der Strecke und vermittelt auch bei Highspeed und schroffem Gelände viel Sicherheit dank hoher Schluckfreudigkeit. In engen Kurven verlangt es etwas mehr Nachdruck und Einsatz des Fahrers. Dies kommt hauptsächlich vom soften Fahrwerk. Durch den relativ kurzen Hinterbau bleibt das Bike aber agil und lässt sich auch durch enge Kurven bewegen.



Fazit:
Beim Yeti 303R DH merkt man sofort, dass die Teamfahrer ihre Hände mit im Spiel hatten. Das Fahrwerk ist sehr sensibel und soft. Lässt sich bei Bedarf aber auch straff abstimmen. Die Geometrie ist auf schnelle Kurse a la Fort William abgestimmt. Wer öfters auf engen Kursen unterwegs ist, kann den Lenkwinkel um 1° steiler stellen um ein wendigeres Rad zu erhalten. Die Linearführung bedarf zwar regelmäßiger Zuwendung, funktioniert dann aber nahezu konkurrenzlos. Ein Bike das für alle Fälle gerüstet ist. Ein Bike das polarisiert, aber auf jeden fall unglaublich gut funktioniert. Join the Tribe!