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Reverse Watchdog 15 preview

21.01.2011 - 13:16
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Anfang des Jahres noch als Underdog gehandelt, zeigt sich nun, dass hinter dem Zeitmessungssystem Watchdog 15 mehr steckt. Genau, wie eine schweizer Taschenuhr, solide und durchdacht, wie man es von German Engineering gewohnt ist, mischt der von dem studierten Elektrotechniker Patrick Jung hergestellte Watchdog den Markt der Zeitmessungssysteme kräftig auf – mit Handmade in Germany.

Laut Patrick kam ihm die Idee dazu beim Downhill-Rennenfahren. Anfangs hatte er oft das Problem, nicht mit dem Renndruck zurechtzukommen und infolgedessen die Finalläufe regelmäßig zu verpatzen. So reifte der Gedanke, künstlich Renndruck zu simulieren und als Benefit beim Training stets die eigenen Zeiten bereit zu haben. Die Priorität sollte dabei auf einfacher Bedienbarkeit und Verständlichkeit des Systems liegen. Nach rund acht Monaten Entwicklungszeit kam der Watchdog dann zur Eurobike 2010 auf den Markt. Den Vertrieb hat Solid über- und ins Reverse-Segment aufgenommen.

Das System besteht aus einer Uhr und zwei Lichtschranken, jeweils eine für Start und Ziel; das Besondere ist, dass kein Reflektor von Nöten ist, sondern nur 1,5 Meter “freie Sicht” für den Sensor, dass heisst 1,5 Meter keine Äste, Gebüsch o.ä. im Weg, damit er einwandfrei funktionieren kann. Dabei ist es egal, ob der Fahrer in einem Abstand von wenigen Zentimetern oder 1,5 Metern an der Lichtschranke vorbei fährt. Im Gegensatz zum Freelap-System hat man so eine gerade und dadurch genauere Startlinie, da der Start der Zeitnahme nicht durch runde magnetische Felder aktiviert wird. Ein weiterer Unterschied ist, dass die Lichtschranke den aktiven Part übernimmt, indem sie ein Signal an die Uhr sendet und damit die Zeitnahme auslöst, wenn man die Linie passiert. So ist es zum Beispiel mit nur einer Uhr möglich ein kleines Rennen zu veranstalten, da die Uhr nicht unbedingt vom Fahrer getragen werden (oder am Lenker befestig sein) muss.



Es gibt zwei Einstellungen für den Sender des Watchdog 15 in Bezug auf die Reichweite des Signals zum Starten bzw. Beenden der Zeitnahme, nämlich 5 und 200 Meter. Letztere Einstellung macht nur Sinn, wenn die Uhr nicht der Fahrer trägt, sondern von einer anderen Person (z.B. bei einem Rennen) zur allgemeinen Zeitmessung der Fahrer benutzt wird. Wobei sich immer nur ein Fahrer auf der Strecke befinden darf, da die Lichtschranke nicht zwischen verschiedenen Fahrern unterscheiden kann!

Auch Biker sind leider nur Menschen mit all ihren Makeln und so wurden schon mehrmals Freelap-Systeme aus dem dunklen Walde geklaut. Beim Watchdog gibt es deshalb ein spezielles Loch in dem Gehäuse der Lichtschranke für ein kleines Schloss, um diese anzuketten! Traurig, aber so kann man immerhin ruhigen Gewissens das nicht ganz günstige Gerät unbeaufsichtig lassen.
Insgesamt sind die Maße des Systems sehr klein, sodass man den Watchdog leicht in einem Rucksack oder gar in größeren Hosentaschen mit auf den Hometrail nehmen kann. Momentan noch in der Entwicklungsphase befindet sich eine XL Version mit einem Sender von bis zu 1200 Metern Reichweite, sodass selbst bei sehr langen Strecken die Zeit von einer “außenstehenden” Person genommen werden kann. Für alle, die die Uhr lieber am Arm oder Lenker tragen wollen, stellt natürlich die 5m-Sender-Einstellung die richtige Wahl dar. Vorraussichtliche Verfügbarkeit des Watchdog 15 XL wird etwa Mai 2011 sein!



Die Zeitnahme-Uhr ist ein umprogrammiertes cZ430-Chronos-Modell aus dem Hause Texas Instruments mit folgenden Modi:

Run: Standard-Zeitnahme
Pumptrack: Rundenzeit, bei erneutem Passieren der Lichtschranke wird die Zeit gespeichert und die Zeitnahme neu gestartet. Dies ist sehr sinnvoll bei Pumptracks oder zum Zwischenzeitennehmen beim Sektionstraining – sofern man mehrere Lichtschranken besitzt. In diesem Modus werden bis zu 20 Rundenzeiten gespeichert.
Zusätzliche Funktionen der Uhr sind ein Temperatursensor, Anzeige von Höhenmetern, Batteriespannung, Datum, Uhrzeit, Weckuhr.



Das Watchdog-Set kostet 279 € UVP und enthält:
- 2x Stative
- 2x Lichtschranken
- 1x Uhr
Jede weitere Uhr kostet 95€, eine weitere Lichtschranke rund 90€!

Mehr Infos gibt es auf der Homepage von Solid.

Uns hat auf alle Fälle das Rennfieber gepackt und so werden wir in Kürze noch ein kleines Homie-Race abhalten, um den Watchdog auch im Hochbetrieb mit mehreren Fahrern ausgiebig zu testen! Die Ergebnisse und den Gewinner werden wir euch natürlich mitteilen… Let´s start the racing season 2011!